In der Woche nach Dreikönig bewegten Probleme mit nächtlichen Ruhestörungen viele Biengener und auch Besucher aus den umliegenden Orten. Das war jedoch kein Problem, bei dem Ordnungskräfte oder Polizei hätten einschreiten müssen. Nein, es war vielmehr Thema und Handlungsleitfaden des diesjährigen Theaterstückes des SV Biengen. Mit der turbulenten Beziehungskomödie mit dem Titel „Immer wieder nachts um vier“ eröffnete der SV Biengen die Reihe der Veranstaltungen im Ort eindrucksvoll.

In Erweiterung der beiden traditionellen Aufführungen an den ersten beiden Samstagen nach Dreikönig hat der Verein in diesem Jahr eine dritte Aufführung im Rahmen eines Senioren- und Familiennachmittages gewagt. Insgesamt kann der Sportverein von einer gelungenen und erfolgreichen Veranstaltung sprechen und feststellen, dass die Theateraufführungen in Biengen inzwischen schon fast Kultstatus haben. Beide Abende waren bereits im Vorverkauf nahezu ausverkauft.
Der Vorsitzende Benjamin Borgas ging an jeweils in seiner Begrüßungsansprache kurz auf das zurückliegende Vereinsjahr mit all seinen Erfolgen, aber auch Rückschlägen ein. Danach kam es zum Hauptpunkt der Veranstaltungen, dem Stück, das die seit über 40 Jahren agierende Theatergruppe in langer Probearbeit einstudiert hatte.
Wozu braucht es Feinde, wenn man solche Freunde hat? Diese Frage drängt sich dem Junggesellen Thomas (Beni Schöpflin) immer wieder auf, wenn ständig ungebetener Besuch in seiner Wohnung auftaucht. Normalerweise führt er ein ruhiges Leben und pflegt eine Wochenendbeziehung mit seiner Freundin Tanja (Isabelle Grethler). Doch Nachbar und Kumpel Frank (Benno Grethler) hat ab und an Streit mit seiner Gattin (Yvonne Joos) und erwartet dann von Thomas vorübergehendes Asyl. Doch Frank ist längst nicht der einzige „Besucher“. Seine Mutter Lieselotte (Petra Tipo) kommt zwei Mal die Woche zum Putzen … und auch für andere Aktivitäten. Hierbei wird sie regelmäßig durch den stets hilfsbereiten Hausmeiser Egon (Berthold Grethler) unterstützt. Als auch noch seine Freundin Tanja unerwartet früher als üblich zu Besuch kommt, spitzt sich die Lage in der Wohnung dramatisch zu. Doch auch Nachbarin Susanne sowie deren Tochter Kati (Nele Binnemann) tauchen in Thomas Wohnung überraschend auf. Dass eine solche Gemengelage reichlich Anlass für Verwechslungen und mehrdeutige Begegnungen bietet, versteht sich von selbst. Immer wieder gilt es einzelne Besucher im Bad, in der Küche im Bett oder im Schrank zu verstecken, damit sie von anderen nicht bemerkt werden. Diese turbulente Beziehungskomödie ließ keine Wünsche offen und war trotz aller Frivolitäten jederzeit jugendfrei.
Die Gruppe präsentierte eine außergewöhnlich spritzige Komödie, die in erster Linie mit ihren Dialogen und ihrer Situationskomik glänzte. Insbesondere die vielen Szenen, in denen praktisch alle Rollen gleichzeitig auf der Bühne agierten, erforderten hohe Konzentration und verlangten den Darstellern viel ab. Neben den allseits bekannten „alten“ Hasen/Häsinnen durften die Zuschauer auch dieses Jahr mit Nele Binnemann wieder eine junge neue Darstellerin erleben. Sie spielte ihre Rolle sehr souverän und ohne erkennbares Lampenfieber.
Durch die Auffrischung mit immer wieder jungen Talenten schafft es die Theatergruppe SVB trotz aller Erfahrung jung und dynamisch zu bleiben. Dies garantiert der Gruppe und auch dem Publikum eine Kontinuität und somit Garantie für noch viele Jahre Laienschauspiel beim SV Biengen. Aber auch alle bekannten Routiniers der Biengener Theatergruppe überzeugten wie seit Jahren gewohnt in der Darstellung ihrer Rollen und rissen das Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen und Lachern hin.

Es ist bewundernswert, wie es die Gruppe immer wieder schafft, geeignete Stücke auszuwählen und die verschiedenen Rollen entsprechend der unterschiedliche Veranlagungen und Talenten treffend zu besetzen. Dabei wurden Sie vom Souffleur Reinhard Müller unterstützt, der auch als „(Groß)Vater“ der Truppe den gesamten Probebetrieb über die langen Wochen der Vorbereitung geleitet und organisiert hatte.
Benny Borgas bedankte sich bei der ganzen Truppe für deren großen Einsatz und betonte nochmals die große Bedeutung dieser Theaterabende für den Verein und das ganze Dorf. Wie gewohnt, schloss an beiden Abenden jeweils eine sehr attraktive Tombola die Veranstaltung ab.
Auch die Nachmittagsaufführung am Sonntag fand einen guten Anklang. Die Mitglieder der Seniorengemeinschaft Biengen waren vom Verein wie gewohnt dazu eingeladen worden. Aber auch zahlreiche andere Interessenten aus dem Dorf und umliegenden Orten fanden am Sonntagmittag den Weg in die Merowingerhalle. Gerade für viele Ältere, die sich die späten Abendveranstaltungen nicht mehr zutrauen wollen, ist der Nachmittag eine willkommene Gelegenheit, das Theater in Biengen zu erleben.

